Zusammenfassung (8 Minuten Lesezeit): In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurde untersucht, wie trauernde Jugendliche das Gefühl der Verbundenheit mit verstorbenen Familienmitgliedern aufrechterhalten. Das Konzept der „fortbestehenden Bindungen“ legt nahe, dass gesunde Trauer nicht bedeutet, die Bindung an den Verstorbenen zu brechen, sondern sie zu verändern.
Drei Arten von Verbindungen:
1. Unbeabsichtigte Verbindungen Diese entstehen spontan und ohne bewusste Entscheidung des Kindes. Beispiele hierfür sind:
- Plötzliche Erinnerungen an den Verstorbenen
- Das Gefühl, dass die verstorbene Person noch anwesend ist
- Träume von Verstorbenen
2. Beabsichtigte Verbindungen Junge Menschen suchen bewusst nach Wegen, um in Verbindung zu bleiben:
- Besondere Orte besichtigen
- Persönliche Gegenstände aufbewahren
- Rituale wie das Anzünden von Kerzen
- Mit dem Verstorbenen sprechen
3. Verinnerlichte Verbindungen Der Verstorbene wird Teil der inneren Welt des Kindes:
- Das Gefühl, dass der Verstorbene in ihrem Herzen lebt
- Entscheidungen auf der Grundlage dessen treffen, was der Verstorbene gewollt hätte
- Übernahme der Werte und Eigenschaften des Verstorbenen
Implikationen: Die Studie zeigt, dass das Fortbestehen von Bindungen ein natürlicher und gesunder Teil des Trauerprozesses bei jungen Menschen sein kann. Anstatt Kinder zu ermutigen, „loszulassen“, können Fachleute dabei helfen, gesunde, tröstliche Bindungen zu den Verstorbenen aufzubauen.
Diese Ergebnisse haben wichtige Auswirkungen auf die Trauerberatung, die sich darauf konzentriert, die Beziehung zu verändern, anstatt sie zu beenden.