Warum diese Vertiefungsschulung?

Du hast die Grundschulung absolviert. Du weißt, wie du Kinder in die Bestattung einbeziehst. Aber in der Praxis stößt du auf komplexere Situationen:

  • Eine Mutter, die ihr Kind (8 Jahre) nicht zur Bestattung kommen lassen will
  • Ein Kind, das mehr um sein verstorbenes Meerschweinchen trauert als um seinen Vater
  • Eine Großmutter, die alle Entscheidungen trifft, während die Mutter sich zurückzieht
  • Ein Vater, der sich weigert, seiner Tochter (6 Jahre) den Leichnam zu zeigen

Das sind keine Situationen, für die es „das Protokoll“ gibt. Das erfordert einen tieferen professionellen Handlungsrahmen. Diese Schulung gibt dir den.

Wie funktioniert die Schulung?

Das Kleeblattmodell als Grundlage

Die Schulung ist um das Kleeblattmodell aufgebaut: einen pädagogischen Rahmen mit sechs Blättern rund um das Kind. In diesen 3 Tagen arbeitest du intensiv an drei Blättern:

Tag 1: GRUNDHALTUNG
Wer bist du als Fachkraft in dieser Arbeit? Du lernst, über deine eigene Rolle zu reflektieren (reflection in/on action), arbeitest mit implizitem Erfahrungswissen (tacit knowledge), stimmst dich auf das Entwicklungsniveau ab und verstehst Trauerverhalten über das Duale Prozessmodell (Stroebe & Schut, 1999).

Tag 2: EIGENVERANTWORTUNG
Wo liegt deine Verantwortung (und wo nicht)? Du erkundest das pädagogische Paradox: helfen, ohne zu übernehmen. Du lernst narrative Begleitung (Integratives Prozessmodell, Leget & Guldin) und arbeitest an komplexeren Fallbeispielen.

Tag 3: INTEGRATION & ETHISCHE FALLBESPRECHUNG
Du integrierst alles in deinen Handlungsrahmen. Du lernst systemisch zu arbeiten (Netzwerk abbilden), erkennst komplizierte Trauer, weißt, wann du weiterverweisen musst, und triffst Entscheidungen bei moralischen Dilemmata.

Arbeitsformen

Die Schulung kombiniert 1/3 Theorie mit 2/3 Praxis:

  • Fallbesprechungen
  • Intervision zu eigenen Fällen
  • Ethische Fallbesprechung in Gruppen
  • Rollenspiele und Übungen zu zweit
  • Hausaufgaben zwischen den Tagen

Entwicklungsorientiertes Lernen: keine Prüfung, aber Zertifizierung bei 100 % Anwesenheit und Einreichen der Reflexionsaufgaben.

Was bekommst du?

Direkt anwendbar

Theoretischer Rahmen:

  • Reflektierende Praktiker:in (Schön),
  • Duales Prozessmodell (Stroebe & Schut),
  • Integratives Prozessmodell (Leget & Guldin),
  • Verlustdreieck (de Mönnink),
  • pädagogisches Paradox (Hermans)

Praktische Werkzeuge: Entwicklungspsychologie 0–18 Jahre, die 3 P’s (pädagogisch sensitiv, Präsenz, praktisch), narrative Gesprächstechniken, Netzwerkkarte, Anzeichen komplizierter Trauer

Entscheidungsrahmen: Wann bist du verantwortlich? Wann darfst/musst du eingreifen? Wann verweist du weiter?

Nach der Schulung

  • Zertifikat 3-tägige Vertiefungsschulung Kindertrauer
  • Zugang zur Online-Expertenplattform ToThePoint für fortlaufende Unterstützung
  • Möglichkeit zum Einstieg ins Jahresprogramm

Wissenschaftliche Fundierung

Alle Modelle und Theorien sind evidenzbasiert und wissenschaftlich fundiert. Nach jedem Tag erhältst du Literatur zur Vertiefung.

Praktische Informationen

Für wen?

Professionals die

  • die 3-stündige Grundschulung „Kinder in Bestattungen einbeziehen“ absolviert haben
  • regelmäßig Kinder in ihre Arbeit einbeziehen
  • ihren professionellen Handlungsrahmen stärken wollen

Aufbau

  • 3 Tage, verteilt über 3 Monate (1 Tag pro Monat)
  • Zeiten: 09:00–17:00 Uhr (6 Kontaktstunden pro Tag)
  • Zwischen den Tagen: Hausaufgaben (Reflexion, Literatur, Fallvorbereitung)

Zertifizierung

Voraussetzungen:

  • 100 % Anwesenheit (alle 3 Tage vollständig)
  • Einreichen beider Reflexionsaufgaben
  • Aktive Teilnahme an Intervision und ethischer Fallbesprechung

Häufig gestellte Fragen

Muss ich zuerst die Grundschulung gemacht haben?
Ja. Diese Vertiefungsschulung baut auf dem Wissen aus der 3-stündigen Grundschulung auf. Ohne diese Grundlage fehlen dir wesentliche Konzepte wie das Verlustdreieck und die 3 P’s.

Was, wenn ich an einem Tag nicht kann?
Für die Zertifizierung ist vollständige Anwesenheit erforderlich. Bei Krankheit oder höherer Gewalt ist es möglich, den verpassten Tag in einer folgenden Gruppe nachzuholen.

Was ist der Unterschied zum Jahresprogramm?
Das Jahresprogramm ist der nächste Schritt nach dieser 3-Tages-Schulung. Dort arbeitest du an den übrigen Blättern des Kleeblattmodells: Präsenz (vertieft), Zusammensein, Helfen (vertieft), plus das Blatt Expertise, das alles verbindet.

Bekomme ich Fortbildungspunkte?
Ja, nach erfolgreichem Abschluss erhältst du Fortbildungspunkte, die bei deinem Berufsverband registriert werden können.

Ist die Schulung anerkannt?
ToThePoint Kenniscentrum ist auf Professionalisierung innerhalb der Bestattungsbranche spezialisiert. Die Schulung wurde nach Fachhochschul-Didaktik und evidenzbasierten Prinzipien entwickelt.

Anmeldung oder weitere Informationen?